Cloud-Kosten
Wenn Daten teuer werden: Warum Cloud-Kosten die Werbetechnik treffen
Cloud-Dienste werden für viele Unternehmen teurer. Für datengetriebene Werbung rückt damit die Kostenlogik hinter Datenverarbeitung, Messung und KI stärker in den Blick.

Cloud-Dienste sind für die meisten Unternehmen Teil der digitalen Infrastruktur. Nach dem Cloud Report 2026 des Digitalverbands Bitkom nutzen 86 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing. Im Durchschnitt betrieben Unternehmen 2025 rund 47 Prozent ihrer IT-Anwendungen aus der Cloud. In fünf Jahren soll dieser Anteil auf 58 Prozent steigen. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten.
Mit der Nutzung wächst die Kostenfrage. Laut Bitkom sind die Betriebskosten für Cloud-Lösungen 2025 bei 64 Prozent der Cloud-nutzenden Unternehmen gestiegen. Für 2026 erwarten 54 Prozent weiter steigende Betriebskosten.
Für die Werbe- und Medienbranche ist dieser Befund natürlich relevant, weil datengetriebene Werbung auf cloudnahe Infrastruktur angewiesen ist. Kampagnendaten, Messdaten, Zielgruppenmodelle, Produktdaten, Transaktionsdaten und KI-Funktionen müssen gespeichert, verarbeitet, verbunden und ausgewertet werden.
Cloud-Kosten sind nicht nur IT-Kosten
Die Krux: Viele Marketingprozesse hängen an technischer Infrastruktur, deren Kosten nicht immer auf den ersten Blick sichtbar sind. Das betrifft etwa Reporting, Attribution, Zielgruppenanalysen, Clean-Room-Abgleiche, Retail-Media-Messung oder KI-gestützte Optimierung.
Je nach System entstehen Kosten nicht nur für Speicher, sondern auch für Rechenleistung, Datenabfragen, Schnittstellen, Datenübertragung, Modellnutzung oder Analyseprozesse. Damit wird Datenverarbeitung selbst zum Kostenfaktor.
Datenintensive Anwendungen nehmen zu
Der Bitkom-Report zeigt zugleich, dass mehrere cloudbasierte Einsatzfelder an Bedeutung gewinnen. Besonders stark legt KI zu: 42 Prozent der Unternehmen nutzen heute KI-Dienste aus der Cloud, 69 Prozent halten solche Dienste für die kommenden fünf Jahre für interessant. Auch Datenbanken gewinnen deutlich an Relevanz.
Für datengetriebene Werbung ist daran vor allem die Richtung wichtig. Wenn mehr Anwendungen auf Datenverarbeitung, Rechenleistung und automatisierte Auswertung angewiesen sind, wird auch die Kostenstruktur der zugrunde liegenden Infrastruktur wichtiger.
Was Unternehmen prüfen sollten
Für Marketing, Media und Plattformgeschäft ergeben sich daraus konkrete Prüffragen: Welche Daten müssen dauerhaft gespeichert werden? Welche Auswertungen sind regelmäßig nötig? Wie häufig werden Daten abgefragt oder synchronisiert? Welche Reports werden tatsächlich genutzt? Welche KI-Funktionen erzeugen zusätzlichen Rechen- oder Analyseaufwand? Und welche Datenflüsse lassen sich vereinfachen, ohne Steuerung und Messung zu schwächen?
Cloud-Kosten sind damit nicht nur eine Frage des IT-Betriebs. Für datengetriebene Werbung gehören sie zur wirtschaftlichen Seite der Datenstrategie. Je stärker Kampagnensteuerung, Messung und KI auf Cloud-Infrastruktur beruhen, desto wichtiger wird die Frage, wie effizient diese Infrastruktur genutzt wird.
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