Performance Marketing
Agentic AI: Bestehende Workflows bremsen den Einsatz
Nicht fehlende Akzeptanz, sondern die Integration in bestehende Abläufe bremst Agentic AI im Performance Marketing. Darauf deutet eine von Realize beauftragte Befragung von 200 Marketingverantwortlichen hin.

Agentic AI stößt im Performance Marketing offenbar weniger auf grundsätzliche Skepsis als auf praktische Integrationsprobleme. In einer von Realize beauftragten Befragung nennen 54 Prozent der Teilnehmer die Einbindung entsprechender Systeme in bestehende Arbeitsabläufe als größte interne Hürde. Fehlendes Wissen oder fehlende Fachkenntnisse folgen mit zwölf Prozent deutlich dahinter. Neun Prozent nennen Unsicherheit bei der Wahl der passenden Technologie oder des Anbieters.
Für den Report wurden im März 2026 insgesamt 200 Marketingverantwortliche aus den USA und Großbritannien befragt. Sie arbeiten als Senior Manager, Director oder Vice President und verantworten Performance-Strategie und -Umsetzung. Die Unternehmen stammen aus den Bereichen E-Commerce, Banken und Finanzdienstleistungen, Automobil sowie Gesundheit und Pharma. Die Befragten arbeiten überwiegend in Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten und monatlichen Marketingbudgets ab 300.000 US-Dollar. Durchgeführt wurde die Onlinebefragung vom Marktforschungsdienstleister Global Surveyz Research.
CPA und ROAS stehen im Vordergrund
Auch bei den erwarteten Vorteilen von Agentic AI stehen nicht in erster Linie Zeitersparnis oder der Abbau manueller Aufgaben im Vordergrund. 41 Prozent der Befragten nennen die Optimierung auf CPA- beziehungsweise ROAS-Ziele in Echtzeit als wichtigsten Nutzen.
Zeitersparnis und operative Effizienz folgen mit 14 Prozent. Elf Prozent nennen eine bessere Budgetverteilung über verschiedene Kanäle hinweg, zehn Prozent die Möglichkeit, zusätzliche Performance zu erzielen. Verbesserte Zielgruppenansprache sowie automatisierte Erstellung und Tests von Werbemitteln kommen jeweils auf sechs Prozent.
Die Ergebnisse deuten damit darauf hin, dass agentische Systeme in der untersuchten Gruppe vor allem an ihrem Beitrag zur Kampagnenleistung gemessen werden. Die Automatisierung von Arbeitsschritten spielt ebenfalls eine Rolle, wird aber deutlich seltener als wichtigster Vorteil genannt.
Google und Meta dominieren in der Stichprobe
Bei KI-gestützten Kampagnenlösungen konzentriert sich der Einsatz derzeit stark auf Google und Meta. 91 Prozent der Befragten geben an, Google Performance Max bereits in größerem Umfang einzusetzen. Bei Meta Advantage+ sind es 88 Prozent.
Anders sieht es bei TikTok Smart+ aus. Hier berichten nur neun Prozent von einem Einsatz in größerem Maßstab, während 73 Prozent die Lösung nach eigenen Angaben testen. Open-Web-Lösungen für das Kampagnenmanagement werden von 36 Prozent in größerem Umfang eingesetzt, weitere 44 Prozent testen entsprechende Angebote.
Der Report beschreibt Agentic AI als Systeme, die Strategien kontinuierlich ausführen und die Performance in Echtzeit optimieren. Frühe Lösungen von Google und Meta hätten dabei den Weg für eine breitere Nutzung geebnet. Performance Max und Advantage+ dienen dem Report entsprechend als zentrale Referenzpunkte für die Entwicklung hin zu stärker autonomer Kampagnensteuerung.
Drei Viertel berichten von Performance-Zuwächsen
76 Prozent der Befragten geben an, dass ihre jeweils am besten funktionierende KI-gestützte Kampagnenlösung zu einem moderaten oder deutlichen Performance-Anstieg geführt habe. 47 Prozent sprechen von einem moderaten, 29 Prozent von einem deutlichen Anstieg. Sieben Prozent berichten von einem begrenzten Effekt.
Die Zahl ist allerdings mit Vorsicht zu interpretieren. Gefragt wurde ausdrücklich nach der jeweils besten KI-gestützten Kampagnenlösung. Die Befragung misst zudem die Einschätzung der Marketingverantwortlichen und keine unabhängig überprüften CPA-, ROAS- oder Incrementality-Werte. Aus den Ergebnissen lässt sich daher nicht ableiten, dass Agentic AI generell bei 76 Prozent der Werbetreibenden die Performance steigert.
Größere Werbekunden nennen Integration häufiger als Hürde
Der Report untersucht die Integrationsprobleme zusätzlich nach Höhe des monatlichen Marketingbudgets. Bei Unternehmen mit einem Budget zwischen 300.000 und 499.000 US-Dollar nennen neun Prozent die Integration in bestehende Abläufe als größte Hürde. Bei Budgets zwischen einer und 4,9 Millionen US-Dollar sind es 74 Prozent, bei mindestens fünf Millionen US-Dollar 68 Prozent.
Diese Teilgruppen sollten aufgrund der insgesamt nur 200 Befragten jedoch zurückhaltend interpretiert werden. Der Report weist für diese Vergleiche keine statistischen Unsicherheitsbereiche oder Signifikanztests aus. Belastbarer ist deshalb zunächst das Gesamtergebnis: In der untersuchten Gruppe steht die technische und organisatorische Einbindung deutlich vor fehlendem Wissen, Budgets oder internen Vorbehalten.
Kommerzielles Eigeninteresse des Auftraggebers
Bei der Einordnung der Ergebnisse ist zudem die Rolle von Realize zu berücksichtigen. Der Report wurde vom Unternehmen beauftragt und behandelt ausführlich die Frage, wie sich stärker automatisierte Kampagnensteuerung auf das Open Web übertragen lässt.
Realize bietet mit Realize+ selbst eine Lösung an, die laut Unternehmensbeschreibung agentisches und zielbasiertes Kampagnenmanagement für das Open Web ermöglichen soll.
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