Zurück zu den Artikeln

IT-Arbeitsmarkt

KI verändert IT-Jobs – aber baut bislang kaum Stellen ab

KI verändert die Arbeit in IT-Abteilungen massiv. Laut dem Branchenverband Bitkom hat sie bislang aber kaum Stellenabbau ausgelöst. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel trotz weniger offener Stellen groß.

IT-Fachkraft mit Tablet vor Servern in einem Rechenzentrum.
KI kommt zunehmend in IT-Abteilungen zum Einsatz. Laut Bitkom hat sie bislang jedoch nur selten zum Abbau von IT-Stellen geführt. - Christina Morillo/Pexels

In Deutschland fehlen aktuell rund 79.000 IT-Fachkräfte. Im vergangenen Jahr waren es noch 109.000, 2023 sogar 149.000. Das zeigen zwei repräsentative Unternehmensbefragungen im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom. Der Rückgang der offenen Stellen geht jedoch nicht mit einer entsprechenden Entspannung in den Unternehmen einher: 78 Prozent beobachten weiterhin einen Mangel an IT-Fachkräften, 76 Prozent erwarten sogar, dass er sich in den kommenden Jahren verschärfen wird. Bitkom verweist zugleich auf die derzeit schwierige wirtschaftliche Lage.

Auch die Besetzung offener Stellen bleibt schwierig: 97 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen berichten von Problemen bei der Suche nach passenden Fachkräften. 31 Prozent erhalten nach eigenen Angaben praktisch keine Bewerbungen auf offene IT-Stellen.

KI führt bislang selten zu Stellenabbau

42 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen setzen KI bereits in ihrer IT-Abteilung oder bei der Arbeit ihrer IT-Fachkräfte ein. Weitere 36 Prozent planen den Einsatz. Wo KI bereits genutzt wird, geschieht dies laut Bitkom bislang überwiegend punktuell oder in einzelnen Bereichen.

Auf die Beschäftigung wirkt sich das bisher nur begrenzt aus. 85 Prozent der Unternehmen, die KI bereits in ihrer IT einsetzen, haben dadurch keine IT-Stellen abgebaut. Zehn Prozent berichten von vereinzeltem Stellenabbau durch KI, vermehrten Stellenabbau gab es bei keinem der befragten Unternehmen. Für die Zukunft erwarten allerdings 32 Prozent einen Abbau von IT-Stellen durch KI, während 65 Prozent nicht damit rechnen.

Gleichzeitig erwartet knapp die Hälfte der Unternehmen mit IT-Stellen, dass der KI-Einsatz die Nachfrage nach Fachkräften mit entsprechendem KI-Wissen erhöhen wird.

Dass KI den Personalbedarf nicht nur in eine Richtung verändert, zeigte bereits eine Bitkom-Befragung unter deutschen Tech-Start-ups.

Aufgabenprofile verändern sich

Deutlicher als beim Stellenabbau sind die erwarteten Veränderungen der Tätigkeiten. 74 Prozent rechnen damit, dass die strategische Steuerung und Kontrolle von KI für IT-Fachkräfte wichtiger wird. 63 Prozent gehen davon aus, dass KI-Kenntnisse und entsprechende Werkzeuge künftig in allen IT-Berufen benötigt werden. 61 Prozent erwarten, dass Routineaufgaben zunehmend wegfallen, 55 Prozent auch klassische Einstiegsaufgaben.

Die Ergebnisse stammen aus zwei repräsentativen Unternehmensbefragungen im Auftrag von Bitkom. Befragt wurden 853 beziehungsweise 602 Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland. Die Erhebungen fanden zwischen Kalenderwoche 18 und 25 dieses Jahres statt.

Perspektiven aus der Community

Teile deine Sicht aus dem Praxisalltag

Noch keine Community-Perspektive vorhanden.

Diskussion

DiskussionHier können alle Mitglieder ihre Meinung teilen, Fragen stellen und sich austauschen. Experten sind durch ein Badge gekennzeichnet.