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Branchentreffs im Praxistest

DMEXCO 2026: Was bleibt nach der Messe?

Mehr als 40.000 Teilnehmende, größere Flächen, mehr Marken: Die DMEXCO meldet für 2026 positive Zahlen. LYDnews hatte vor der Messe gefragt, was große Branchentreffs heute wirklich bringen. Unsere Community zieht Bilanz: Was hat gut funktioniert und wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?

Große DMEXCO-Bühne mit farbiger Lichtshow vor dicht besetztem Publikum in einer Messehalle.
Volle Reihen und große Bühnen: Die DMEXCO 2026 zog erneut mehr als 40.000 Teilnehmende nach Köln. - Koelnmesse GmbH/Oliver Wachenfeld

Die offiziellen Zahlen lesen sich positiv: Mehr als 40.000 Menschen kamen 2026 nach Köln, etwa so viele wie im Vorjahr. Auch bei Partnern und Speakern bewegte sich die Messe in einer ähnlichen Größenordnung. Deutlicher fällt das Wachstum an anderer Stelle aus: Die Ausstellungsfläche legte um zehn Prozent zu, die Zahl der vertretenen Marken stieg von mehr als 2.000 auf 2.200. 2026 kamen mehr als 700 Partner zusammen, rund 1.000 Speakerinnen und Speaker bestritten mehr als 230 Stunden Programm auf 17 Bühnen.

Der Veranstalter zieht entsprechend eine positive Bilanz. Spannender ist für LYDnews eine andere Frage. Bereits vor der Messe wollten wir wissen: Was bringen große Branchentreffs tatsächlich?

Vor der Messe: Wissen allein reicht nicht

Die Einordnungen aus unserem Expertenkreis zeichneten vor der DMEXCO kein einheitliches Pro oder Contra. In einem Punkt lagen die Einschätzungen aber nah beieinander: Wissen allein rechtfertigt den Aufwand großer Veranstaltungen heute kaum noch.

Fachmedien, Newsletter, Podcasts, digitale Veranstaltungen und berufliche Netzwerke liefern kontinuierlich Informationen.

Seit Jahren wird diskutiert, ob große Branchentreffs zunehmend zum Klassentreffen werden, wenn vor allem bestehende Netzwerke unter sich bleiben. Auch fehlende fachliche Tiefe, Verkaufsvorträge und die teilweise schwer erkennbare Grenze zwischen kuratiertem Inhalt und kommerzieller Präsenz gehörten zu den Kritikpunkten.

Die Erkenntnis ist nicht neu: Der besondere Wert solcher Branchentreffs liegt stärker in persönlichen Begegnungen, Beziehungspflege, Geschäftsanbahnung und der Möglichkeit, Entwicklungen unmittelbar einzuordnen.

Nach der Messe: Die Gespräche bleiben

Die Rückmeldungen nach der DMEXCO bestätigen diesen Eindruck: Für viele der von uns Befragten stand der persönliche Austausch besonders im Vordergrund.

Die LYDnews-Redaktion nahm die Messe ähnlich wahr: Geplante Termine gingen in spontane Begegnungen über, für das Bühnenprogramm blieb mitunter weniger Zeit als gedacht. Zugleich wirkten die Hallen voll und die DMEXCO gegenüber schwächeren Jahren wieder deutlich belebt.

Zur Stimmung in den Hallen gehörte allerdings noch eine zweite Seite. An Ständen, in den Gängen oder beim Essen ging es in Gesprächen immer wieder um Konsolidierung, Stellenabbau und eine schwierige Auftragslage. Der Glanz der Messe und die wirtschaftliche Stimmung in Teilen der Branche passten damit nicht immer zusammen.

Auch ein weiteres bekanntes Dilemma blieb sichtbar: Geschlossene Veranstaltungen und Einladungsformate. Sie können bestehende Kreise abschotten. Gerade wenn Branchentreffs neue Verbindungen ermöglichen sollen, bleibt das ein Widerspruch.

Geteilte Meinung zum Bühnenprogramm

Und das Bühnenprogramm? Auch hier ergibt sich ein differenziertes Bild. Vieles hängt von der Erwartung ab. Klar ist: Eine 20-minütige Session vor einem breiten Publikum kann kaum die Tiefe eines Fachworkshops erreichen.

Sie kann aber Orientierung geben, Themen aufwerfen, unterschiedliche Angebote und Positionen sichtbar machen. Oder einfach nur Spaß machen. Gerade für Berufseinsteiger oder Besucherinnen und Besucher, die sich einen Überblick verschaffen wollen, kann darin bereits ein Nutzen liegen.

Wer dagegen tief in ein Fachthema einsteigen möchte, braucht andere Formate.

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