Jobwelt
Digitalberufe: Quereinsteiger sind in vielen Unternehmen längst Alltag
Eine Bitkom-Befragung zeigt: 69 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen beschäftigen Quereinsteiger. Doch wie offen ist der Quereinstieg tatsächlich für Menschen ohne IT-Vorerfahrung?

Eine Soziologin in der Mediaplanung? Ein Schreiner in der Webentwicklung? So unterschiedlich kann Quereinstieg aussehen. Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung beschäftigen 69 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen entsprechende Fachkräfte. 31 Prozent tun dies häufig, weitere 38 Prozent vereinzelt. 39 Prozent wollen in den kommenden Jahren verstärkt auf Quereinsteiger setzen.
Die Daten stammen aus einer telefonischen Befragung von 602 Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland. Darunter waren 319 Unternehmen mit Stellen für IT-Fachkräfte. Die Erhebung fand zwischen Kalenderwoche 18 und 25 des Jahres 2026 statt.
Quereinstieg bedeutet häufig nicht Einstieg ohne Vorkenntnisse
Die Zahlen zeigen zugleich, dass Quereinsteiger häufig bereits IT-Erfahrung mitbringen. Von den Unternehmen, die Quereinsteiger beschäftigen, setzen 80 Prozent typischerweise auf Personen mit entsprechender Vorerfahrung.
53 Prozent beschäftigen Quereinsteiger mit berufspraktisch erworbenen IT-Kenntnissen, 35 Prozent Personen mit einer IT-Weiterbildung wie einem Bootcamp. 30 Prozent setzen auf autodidaktisch erworbene Kenntnisse, zwölf Prozent auf Erfahrungen aus einer abgebrochenen IT-Ausbildung.
Gleichzeitig gibt es auch Wege ohne vorherigen IT-Bezug. 47 Prozent der Unternehmen mit Quereinsteigern beschäftigen Personen mit einer Berufsausbildung außerhalb der IT, 30 Prozent solche mit einem IT-fernen Hochschulabschluss.
Praktische Kenntnisse gewinnen an Gewicht
Für 51 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen zählen praktische IT-Kenntnisse mehr als formale Abschlüsse. Das bedeutet jedoch nicht, dass klassische Ausbildungswege an Bedeutung verlieren.
83 Prozent der Unternehmen mit IT-Stellen beschäftigen Fachkräfte mit einer IT-Berufsausbildung. Fast sieben von zehn haben zudem Beschäftigte mit einem IT- oder IT-nahen Hochschulabschluss.
Die Befragung zeichnet damit kein Bild eines Ersatzes klassischer Qualifikationen. Vielmehr verbreitern Unternehmen ihre Zugangswege zu IT-Berufen und berücksichtigen neben Abschlüssen stärker praktische Erfahrung und Weiterbildungen.
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